Christopher Karl: Dabei handelt es sich um eine Wort-Kreation, die sich aus den Namen von Charles Darwin und dem Universalgenie Leonardo da Vinci zusammensetzt. Damit wollen wir zum Ausdruck bringen, dass sich der Kreative von heute nicht mehr auf einen Spezialbereich zurückziehen darf. Die einzelnen Disziplinen wachsen immer enger zusammen. Und wer nicht über seinen eigenen Tellerrand hinausschaut, fällt hinten runter. So ist es heutzutage beinahe unmöglich, dass ein Grafiker keine Ahnung von Flash hat, denn wie soll er sich sonst an dem Prozess beteiligen, etwas für das Internet zu gestalten? Auch muss ein Grafiker eine Affinität zu Text besitzen und ihn nicht einfach nur einsetzen.
Christopher Karl: Ja, das stimmt tatsächlich. So zum Beispiel der Claim für Ketterer "Vorreiter im Fahrzeugbau". Aber auch Headlines wie "Pimp your Frontscheibe" für Becker Navigationsgeräte oder die Headline ‚3g Adrenalin‘ für AKG (siehe Artikel ‚Markenmimikry‘ auf Seite 20).
Das heißt aber nicht, dass ein Grafiker den Texter ersetzen muss, aber er sollte zumindest so weit Einblick in die Materie haben, dass er ein wichtiges Wörtchen mitreden kann.
Christopher Karl: Ja, unbedingt. Jede Marke hat eine Melodie, ein Corporate Design. Aber wir versuchen, den Evolutionsgedanken auch hier zu verwirklichen. Wie z. B. bei unserem variablen Logo. Es ist kein festes Logo mehr. Es agiert in einem gewissen Aktionsradius. Die Farbcodierungen stehen für die unterschiedlichen Units wie z.B. Brand Communication oder Interactive. Alles Bestandteile einer großen Idee. Alle tragen dazu bei, dass die Marken-DNA gut ausgestattet ist. Die Form ist nicht quadratisch, fest definiert, es kann sogar gut sein, dass sich unser Logo jedes Jahr verändert, weiterentwickelt. Das ist unser großes Ziel. Keine Angst vor Veränderung. Denken Sie dabei an Google. Zu jedem Anlass wird das Logo modifiziert. Teilweise bis zur Unkenntlichkeit und trotzdem bleiben sie sich treu – beispielsweise durch die
Farbcodierung.